Wer sparen will, sucht meistens nach einem niedrigeren Preis.
Aber das ist nur eine Möglichkeit.
Manchmal lässt sich mehr sparen, indem man den Zeitpunkt, die Verpackung, den Verkäufer oder sogar die Frage verändert.
Hier sind neun Methoden, die deutlich weniger ausgelutscht sind als „Kauf Eigenmarken“.
1. Suche zuerst nach dem Überangebot
Normalerweise funktioniert Einkaufen so:
Du möchtest etwas → du suchst einen Verkäufer.
Dreh das Prinzip um:
Wer hat gerade zu viel von etwas?
Ein Landwirt hat eine große Ernte.
Ein Händler räumt sein Lager.
Jemand zieht um.
Ein Betrieb hat Materialreste.
Ein Privathaushalt hat zu viel bestellt.
Wo etwas wegmuss, lässt sich oft besser verhandeln als dort, wo etwas besonders begehrt ist.
Der günstigste Gegenstand ist manchmal nicht der billigste im Laden.
Sondern der, den jemand anderes unbedingt loswerden möchte.
2. Kaufe einen Monat zu früh
Viele Preise steigen genau dann, wenn alle dasselbe brauchen.
Ventilatoren bei Hitze.
Heizgeräte bei Kälte.
Gartenmöbel im Frühling.
Schulbedarf vor Schulbeginn.
Geschenkpapier vor Weihnachten.
Der Trick:
Schreib dir Dinge auf, von denen du bereits weißt, dass du sie später brauchen wirst.
Dann kaufst du nicht, wenn der Bedarf am höchsten ist.
Du kaufst, wenn niemand darüber nachdenkt.
Ein Weihnachtsartikel im Januar ist derselbe Weihnachtsartikel.
Nur Weihnachten ist gerade verschwunden.
3. Kaufe eine beschädigte Verpackung
Eine zerknickte Schachtel macht den Inhalt häufig nicht schlechter.
Trotzdem sind Produkte mit:
- beschädigtem Karton
- eingerissener Umverpackung
- altem Verpackungsdesign
- kleinen optischen Fehlern
für Händler manchmal schwerer zu verkaufen.
Bei geeigneten Produkten kann sich deshalb die Frage lohnen:
„Haben Sie beschädigte Verpackungen oder B-Ware?“
Wichtig ist natürlich, dass das eigentliche Produkt unbeschädigt und sicher verwendbar ist.
Der Karton muss schließlich nicht mit dir nach Hause ziehen.
4. Berechne deinen persönlichen Lagerpreis
Vorräte können Geld sparen.
Aber nur, wenn Lagerplatz keinen größeren Schaden verursacht.
Deshalb kannst du jedem Quadratmeter deiner Wohnung gedanklich einen Preis geben.
Beispiel:
Du kaufst 40 Packungen Toilettenpapier und sparst 12 Euro.
Dafür steht sechs Monate lang der halbe Abstellraum voll.
War das wirklich ein guter Deal?
Bei kleinen, haltbaren und teuren Produkten kann Vorrat hervorragend funktionieren.
Bei riesigen Billigartikeln wird deine Wohnung dagegen irgendwann zum schlecht bezahlten Warenlager.
5. Kaufe die ungeliebte Variante
Produkte werden nicht nur nach Herstellungskosten bepreist.
Auch Nachfrage spielt eine Rolle.
Eine unbeliebte:
- Farbe
- Größe
- Geschmacksrichtung
- Verpackung
- Modellvariante
kann zeitweise erheblich günstiger sein.
Wenn dir die Farbe eines Staubsaugers egal ist, muss es vielleicht nicht genau die beliebteste sein.
Flexibilität kann einen Geldwert haben.
Je weniger dir unwichtige Eigenschaften bedeuten, desto größer wird deine Auswahl an günstigen Angeboten.
6. Teile Dinge nach Nutzung statt nach Besitz
Drei Haushalte brauchen vielleicht jeweils:
- eine Bohrmaschine
- einen Hochdruckreiniger
- eine Leiter
- einen Anhänger
- eine Heckenschere
Aber niemand braucht diese Dinge jeden Tag.
Warum also dreimal kaufen?
Bei selten benutzten Gegenständen kann eine kleine private Gemeinschaft sinnvoll sein:
Einer kauft die Leiter.
Einer den Hochdruckreiniger.
Einer die Bohrmaschine.
Und alle dürfen alles nutzen.
Aus drei Haushalten mit neun Gegenständen werden drei Haushalte mit drei Gegenständen.
Das funktioniert natürlich nur dort, wo Vertrauen und klare Absprachen vorhanden sind.
7. Kaufe unfertige Produkte
Je mehr Arbeit bereits jemand für dich erledigt hat, desto eher bezahlst du dafür.
Beispiele:
Geschnittenes Obst kostet oft mehr als ganzes Obst.
Geriebener Käse kann teurer sein als ein Stück.
Kleine Holzstücke kosten häufig mehr pro Einheit als größeres Material.
Portionierte Waren können teurer sein als Großpackungen.
Frag deshalb:
„Welche Bearbeitung bezahle ich hier eigentlich mit?“
Wenn du diesen Arbeitsschritt selbst übernehmen kannst, gibt es manchmal erhebliches Sparpotenzial.
8. Verkaufe den Teil weiter, den du nicht brauchst
Manchmal ist die große Menge deutlich günstiger – aber immer noch zu groß.
Dann gibt es noch eine andere Möglichkeit.
Beispiel:
Du brauchst 5 Kilogramm eines Produkts.
Der richtig günstige Preis beginnt aber erst bei 20 Kilogramm.
Wenn Verkauf, Lagerung und rechtliche Rahmenbedingungen passen, könnten die übrigen 15 Kilogramm an andere Interessenten gehen.
Damit wird aus:
„Die Packung ist zu groß.“
möglicherweise:
„Die Packung ist groß genug, damit sie sich lohnt.“
Gerade bei privaten Sammelbestellungen ist allerdings meist die einfachere Variante, die Käufer schon vorher zu finden.
9. Frag nicht „Wie viel Rabatt bekomme ich?“
Diese Frage bringt den Verkäufer sofort in eine unangenehme Position.
Probier stattdessen:
„Was müsste ich anders machen, damit Sie mir einen besseren Preis anbieten können?“
Vielleicht lautet die Antwort:
- größere Menge
- Selbstabholung
- Barzahlung, soweit zulässig
- ganze Verpackungseinheit
- längere Lieferzeit
- Restbestand nehmen
- mehrere Produkte bündeln
- regelmäßige Bestellung
Damit versucht man nicht einfach, dem Verkäufer Geld abzunehmen.
Man sucht nach einer Lösung, bei der auch der Verkäufer Aufwand oder Kosten spart.
Und genau dort entstehen oft die interessantesten Preise.
Sparen beginnt manchmal vor dem Preis
Die spannendsten Sparmethoden haben eines gemeinsam:
Sie fragen nicht nur:
„Wo ist dieses Produkt billiger?“
Sondern:
„Warum kostet es überhaupt so viel – und welchen Teil davon kann ich verändern?“
Menge.
Zeitpunkt.
Verpackung.
Service.
Nachfrage.
Bearbeitung.
Transport.
Besitz.
Wer diese Faktoren verändert, braucht nicht unbedingt den nächsten Rabattcode.
Manchmal reicht eine bessere Idee.